Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Linguistik Note: 13 Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Deutsches Institut) Veranstaltung: HS Sprachwandel Sprache: Deutsch Abstract: Höflichkeit spielt im Zusammenleben einer Gesellschaft eine große Rolle denn ohne sie ist ein soziales Miteinander kaum vorstellbar. Höfliches Verhalten äußert sich im alltäglichen Leben vor allem durch die Verwendung von Anredeformeln die nach Werner Besch (²2003: 2599) Auskunft über zwischenmenschliche Beziehungsverhältnisse geben. Um ein effizientes Sozialverhalten innerhalb einer Sprechergemeinschaft zu gewährleisten müssen deren Mitglieder die jeweiligen Anredekonventionen lernen und befolgen. Ein Nicht-Einhalten kann sich störend auf das Miteinander der Gesellschaft auswirken. Da eine solche Gesellschaft stets von sprachlichen und sozialhistorischen Veränderungen und Umbrüchen geprägt ist sind parallel dazu auch Anrede-Konventionen einem Wandel unterworfen.Dieses pragmatische Sprachwandelphänomen soll Thema dieser Hausarbeit sein. Zunächst wird das „face-Konzept der Höflichkeit von Penelope Brown und Stephen Levinson von 1978 vorgestellt werden da es die Grundlage der Anredeforschung darstellt. Anschließend folgt eine Erläuterung der „Anredebestimmenden Variablen nach Werner Besch (²2003) die die Anredekonventionen des Deutschen bestimmen und neben dem Höflichkeitskonzept von Brown und Levinson ebenfalls eine Erklärung für bestimmte Wandelphänomene bieten können. Daraufhin wird der Prozess des Anredewandels durchlaufen der die verschiedenen Stufen der Anrede in der deutschen Geschichte beleuchtet. Dabei sollen bestimmte Phänomene wie beispielsweise die Respektminderung der Pronomen er/sie am Anfang des 19. Jahrhunderts oder die Anrede-Blüte im 18. Jahrhundert näher analysiert und anhand von Beispielen aus der deutschen Literatur verdeutlicht werden. Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszuarbeiten welche Faktoren für den Wandel von Anredekonventionen