Lizentiatsarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Politik - Region: Osteuropa Note: 5.5 Universität Zürich (Institut für Politikwissenschaft) Veranstaltung: Master / Lizentiatsstudium Sprache: Deutsch Abstract: Mit der Bombardierung der damaligen serbischen Provinz Kosovo setzten die westlichen alliier-ten Streitmächte unter der Führung der USA 1999 den Kriegen auf dem Staatsgebiet des ehemaligen Jugoslawien vordergründig ein Ende. Etwas das bei vielen bewaffneten Konflikten eine Art „offizielles Ende markiert fehlte hier jedoch gänzlich: Die Entmachtung der unterlegenen Kriegsgegner sowie ihre meist öffentlichkeitswirksam inszenierte Verurteilung die nicht selten mit einem Todesurteil endet. Im ehemaligen Jugoslawien war alles anders: Der politische Führer der bosnischen Serben Radovan Karadžić sowie sein militärischer Oberbefehlshaber Ratko Mladić konnten lange Zeit trotz angeblich intensiver polizeilicher und nachrichtendienstlicher Fahndung nicht ausgeliefert werden.Schon früh machten dagegen Gerüchte in internationalen Medien die Runde denen zu Folge die beiden Hauptverdächtigen an den mutmasslichen Kriegsverbrechen bei den Belagerungen der Städte Sarajewo und Srebrenica weiterhin auf dem Gebiet von Serbien leben würden. Da lag die Schlussfolgerung nahe dass beide wohl von ehemaligen politischen und / oder militärischen Weggefährten unterstützt und beschützt würden.Als Radovan Karadžić 2008 zu einem für viele Beobachter überraschenden Zeitpunkt doch noch verhaftet und an den ICTY ausgeliefert wurde platzierte dieser eine Behauptung von ungeheu-rer politischer Sprengkraft: Die USA genauer gesagt ihr Sondergesandter Richard Holbrooke sollen Karadžić angeblich im Rahmen des Friedensabkommens von Dayton Straffreiheit zugesichert haben. Im Gegenzug dafür sollte sich Karadžić komplett aus der Politik und dem Militär zurückziehen und auch den Parteivorsitz abgeben.Gewiss: Die Aussage von Radovan Karadžić kann sehr schnell als simple Schutzbehaupt