Die vorliegende Arbeit ist ein neuartiger Versuch die Geistes krankheiten in einer einheitlichen psychologischen Theorie zusammen zufassen. Jeder angehende Psychiater erwartet naturgemäß in der wissen schaftlichen Psychologie den sicheren Leitfaden zu finden der ihn durch die überwältigende Fülle der Krankheitsbilder hindurchführen wird. Andererseits nimmt der gebildete Laie an die Kenntnis der Geistesstörungen müsse die tiefsten Aufschlüsse über das Seelenleben überhaupt vermitteln. Der Erfahrene weiß daß dem nicht so ist. Die wissenschaftliche Psychologie liefert der Psychiatrie wertvolle Untersuchungsmethoden viel Einzelwissen Auflösung von Symptomen und krankhaften Geisteszuständen. All diese Kenntnisse schließen sich aber nicht zu dem Gesamtbau eines ungekünstelten nosologischen Systems zusammen und erscheinen uns daher - nach Mo e b i u s derbem Worte - als Kleinkram. Die bisherigen Theorien der Geistesstörungen sind also un zulänglich denn sie laufen den klinischen Erfahrungen immer nur auf kurze Strecken parallel. Die Mehrzahl der Psychiater hält sich daher auf die Forderung eines geradlinigen psychologischen Aufbaus verzichtend an klinische Krankheitssysteme d. h. sie behilft sich mit Einteilungen die nicht nach einem einheitlichen Prinzipe gestaltet sondern nach wechselnden Richtungspunkten teils anatomischen teils ätiologischen teils solchen des Verlaufs und Ausgangs orientiert und - bei immer wieder anderer Gruppierung - von dem unverwüstlichen Glauben an die Findbarkeit remer Krankheitsformen getragen sind. Indessen die Zweifler an der Richtigkeit dieses Weges - ihr Wortführer war auf der Jahresversammlung der deutschen Psychiater in Kiel 1912 Roche - mehren sich! Vorwort.
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