Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Jura - Rechtsphilosophie Rechtssoziologie Rechtsgeschichte Note: 17 Punkte (sehr gut) Universität Münster (Zentrum für europäisches Privatrecht) Veranstaltung: Seminar zur Entwicklung der europäischen Gemeinschaften Sprache: Deutsch Abstract: [...]Betrachtet man die zahlreichen Theorien und Pläne die im Laufe der Neuzeit die Entwicklung des europäischen Einigungsgedankens vorangetrieben haben so muss man Zweifel bekommen ob Europa immer im Sinne einer kontinentalen Rechts- und Friedensorganisation verstanden wurde. Es scheint dass teilweise der europäische Friede mit dem Weltfrieden gleichgesetzt wurde und die Idee eines europäischen Staatenbundes ihrer Struktur nach mehr auf einen (vorläufigen) Weltstaatenbund abzielte. In dieser Arbeit sollen einige der wichtigsten Theorien daraufhin untersucht werden. Anhand dieser Ausgangsfrage will ich einen Überblick über die neuzeitliche Entwicklung des Europagedankens geben. Natürlich kann nur ein äußerst kleiner Teil der relevanten Theorien behandelt werden. Allein Foerster zählt von 1600 bis 1900 immerhin 108 europäische Einigungspläne. Die meisten Schriften sind weniger rechtsphilosophisch angelegt sondern eher ganz konkrete politische Vorschläge. Diese sollen in der vorliegenden Arbeit aus rechtsphilosophischer Perspektive betrachtet werden. Eine solche Darstellung ist soweit mir bekannt in der Literatur nicht vorhanden. Ich habe versucht die Theorien zu diesem Zweck systematisch zu ordnen. Nur kurz soll auf die in der Neuzeit stark kritisierte Universalmonarchie eingegangen werden; etwas ausführlicher werde ich über den in der politischen Praxis der Neuzeit vorherrschenden Gleichgewichtsgedanken und seine rechtsphilosophischen Implikationen sprechen. Mein Schwerpunkt wird bei föderalen Theorien liegen. Auf den historischen Hintergrund soll soweit möglich verzichtet werden um die rechtsphilosophisch vorrangigen Fragen nicht aus den Augen zu verlieren: Was