Bucher wie dieses mogen Vorbehalte auslosen: Sind Investitions- und Finan- zierungsentscheidungen wirklich so komplex wie sie hier dargestellt werden? Verfiihrt den Verfasser die souverane Beherrschung seines Instrumentariums nicht ein wenig zum Spielen? Der Praktiker macht sich uber Ursachen und Wirkungen von 1nvestitions-und Finanzierungsentscheidungen im allgemeinen ein sehr vereinfachtes Bild. Er halt es fur die Wirklichkeit; tatsachlich ist es das was die Theorie von gestern (und allzuoft von vorgestern) als Wirklichkeit bezeichnete: Wichtige Zusammen- hange werden bewuBt und unbewuBt unterdruckt; Faustregeln nach Art der Pay-off-Methode oder der bekannten Finanzierungsrelationen ersetzen von vornherein differenziertere Losungen. Der Wissenschaftler lauft dagegen immer etwas Gefahr sich dem anderen Extrem zu nahern: Sein Ziel ist die Theorie von morgen (und wenn er unbescheiden ist von ubermorgen). Er teilt insofern mit dem Praktiker die schlechte Angewohnheit Hypothesen fUr Wahrheit auszu- geben. 1m Bereich der Investitions-und Finanzierungstheorie ist es besonders schwierig geworden gesicherte und hypothetische Erkenntnisse klar zu trennen: Die Zeit in der Monographien wie die von Erich Schneider oder Friedrich und Vera Lutz den Stand der Forschung verlaBlich wiedergaben liegt weit zuruck; damals war die Investitions- und Finanzierungstheorie noch nicht sehr viel mehr als an- gewandte Finanzmathematik. 1nzwischen hat uns vor aHem die Frage nach dem richtigen KalkulationszinsfuB vor Abgriinde gefUhrt: Ganze Spezialdisziplinen wie die Kapitalmarkttheorie muB man heute bemuhen um hier einen vergleichs- weise bescheidenen Schritt weiterzukommen.
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