Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter Frühe Neuzeit Note: 23 Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg Veranstaltung: Probleme und Epochen der Bildungsgeschichte: Kloster Hof und Stadt als Bildungswelten. Das Mittelalter in bildungshistorischer Perspektive. Sprache: Deutsch Abstract: In der Forschung über die mittelalterliche Betrachtungsweise des Verhältnisses von Kindern und Erwachsenen gibt es kontroverse Meinungen was die Existenz von Erziehung und Bildung von Kindern betrifft. Wissenschaftler wie Philippe Ariès stellten die These auf dass Kinder als „kleine Erwachsene wahrgenommen wurden denen keine besondere Bedeutung zukam. Nach Koller sei Kindheit eine Errungenschaft der Neuzeit die in Europa seit etwa 1500 allmählich aufkam. Erst im neunzehnten Jahrhundert hätte sie sich in allen Bevölkerungsschichten endgültig durchgesetzt. Roth beschreibt dass es im Mittelalter kein Bild von Kindern gibt an welchen erziehungstheoretische Inhalte angewendet worden wären. Epochale Quellen aus dem Mittelalter zeigen durchaus ein mittelalterliches Verständnis von Kindheit und Erziehung wie die Regel des Benedikt. Das Kloster nimmt hierbei eine zentrale Rolle der Bildung und Erziehung im Mittelalter ein da die Gesellschaft sehr religiös war und das Kloster somit als zentrale Machtinstitution gesehen wurde. In dieser Hausarbeit geht es um den Zeitraum des Frühmittelalters bis zum Ende des Hochmittelalters. Diese Betrachtungsweise beschränkt sich dabei auf das 4. Jahrhundert bis zum 12. Jahrhundert. Der Begriff der pueri oblati also der Opferung des Kindes in die monastische Gemeinschaft des Klosters ist hier Gegenstand des Verständnisses eines Bildes über Kindheit im Mittelalter. Die Kinder wurden standesunabhängig in die klösterliche Gemeinschaft aufgenommen und dies war durchaus üblich. Die Kinder besaßen für die monastische Gemeinschaft eine ‚engelsgleiche Reinheit' und hatten daher einen