Diese Arbeit entstand in den Jahren 1987 bis 1990 in einer Zeit also in der sich das Ende einer Epoche bereits ankündigte und dann auch ein- trat. Diese Situation hat nicht nur ihre Ergebnisse beeinflußt sondern zugleich einen Wechsel der Problematik bewirkt: ursprünglich war die Arbeit geplant als ein Vergleich zwischen marxistischer Krisentheorie und den soziologischen Anomie-Konzepten. Diese Problematik weitete sich jedoch aus zu einer Untersuchung des Krisenbegriffs die die in ihm angelegte Wahrnehmungsperspektive zum Gegenstand werden ließ- und damit die Zeitstruktur des modernen Gesellschaftsdenkens. Diese Konsequenz drängte sich neben Nötigungen des bearbeiteten Materials aufgrund der mit dem Ende des Realsozialismus so grundle- gend veränderten Erfahrungslage auf. Der Weltbürgerkrieg dessen Front in Deutschland als Grenze zwischen zwei konkurrierenden Gesell- schaftsmodellen verlief -versteinerte eine intellektuelle Konstellation die den Zerfallsprozeß der Hegeischen Geschichtsphilosophie wiederholte. In der Konfrontation von Gesellschaftsordnungen die gegenüber ihrem Antagonisten jeweils die Vernunft zu verkörpern beanspruchten erhielt sich eine geschichtsphilosophische Disposition die den Gegensatz von Rechts- und Linkshegelianismus reproduzierte. Die marxistisch-leninisti- schen Erben des Linkshegelianismus deren Staat die geschichtliche Zu- kunft verkörpern sollte erhoben eine Geschichtsteleologie zur Staatsre- ligion die das eigene Staatswesen zur Inkarnation eines sozialen Jenseits verklärte in welchem der Weg zur erfüllten Geschichte schon endgültig gebahnt schien. Auf der Gegenseite erklärte vor allem die Intellektuel- lengruppe deren Versuch in der Konservativen Revolution der Ge- schichte eine Wende zu geben mit dem Engagement für den National- sozialismus diskreditiert war nunmehr das Ende der Geschichte.
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