Die Arbeit beschreibt und analysiert die spezifIschen Erzählmuster autobiogra- phisch ausgerichteter ErinnerungsliteIatur der späten siebziger und frühen achtzi- ger Jahre und hat sich dabei ein doppeltes Ziel gesetzt: mit literaturwissenschaftli- chen Instrumentarien wird dargelegt wie litemrische Werke Erkenntnisse über das Leben der Deutschen im Dritten Reich vermitteln und wie sie den Einfluß der nationalsozialistischen Vergangenheit auf die Verhaltensmuster der bundesrepu- blikanischen Gegenwart sichtbar machen. Dazu ist erforderlich die für den For- schungsprozeß maßgebenden hermeneutischen Konstituenten offenzulegen und zu reflektieren. Deshalb wird der eigentlichen Textanalyse ein theoretischer Teil vor- angestellt der die notwendigen liteIaturtheoretischen soziologischen historischen und sozialpsychologischen Komponenten in konzentrischen Kreisen erfaßt und de- fmiert. Diese Kapitel folgen einer Argumentationskette die vom allgemeinen ge- seIlschaftstheoretischen Zusammenhang ausgehend fortschreitet bis hin zu den Besonderheiten des autobiogmphischen Erzählens. D. h. die Interpretationen ste- hen im festen Verbund mit der vorhergehenden theoretischen Fundierung und die zur Anwendung kommenden Bewertungskriterien erlangen nur im ständigen Riickbezug zu den ausgewiesenen Konstanten ihre Berechtigung und ihren Aussa- gewert. Dieses Verfahren garantiert größtmögliche Sicherheit im Urteil und läßt erwarten daß die Untersuchung über ihren literaturwissenschaftlichen Stellenwert hinaus auch für die sozialpsychologische und historische Forschung zum komple- xen Thema Nationalsozialismus ein Gewinn sein dürfte. 9 I. Theoretischer Teil Einleitung Jeder Versuch literaturwissenschaftliche Theorie und Textinterpretation zu ver- binden steht in der Verpflichtung sein Vorgehen zu begründen.
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