Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur Note: 13 Humboldt-Universität zu Berlin (Philosophische Fakultät II Germanistische Institute) Veranstaltung: Adalbert Stifter Sprache: Deutsch Abstract: Die bürgerliche Gesellschaft zu der auch der österreichische Autor Adalbert Stifter zählt durchläuft im 19. Jahrhundert eine Zeit der Umbrüche; gravierende ökonomische kulturelle und politische Entwicklungen besonders in der Zeit vor und nach der 1848er Revolution fördern sowohl ein neues bürgerliches Selbstbewusstsein als auch in einigen Bereichen einen Biedermeier´schen romantischen Rückzug ins Private.Auch im Bereich des Geschlechterrollen-Diskurses beginnen sich immer größere Veränderungen abzuzeichnen. Oft relativ subtil im Verborgenen bzw. Verschwiegenen manchmal aber auch deutlicher - zum Beispiel mit dem Aufkommen der von Frauen geführten berühmten bürgerlichen Salons wie von Rahel Varnhagen oder mit der Ausweitung/ Anerkennung der immer noch beschränkten aber sich allmählich vergrößernden Möglichkeiten der Berufstätigkeit etwa als Lehrerin Krankenschwester Schriftstellerin oder Gouvernante im späten 18. Jahrhundert sogar als Angestellte.Im Witiko nehmen die Gender-Aspekte zwar eine eher untergeordnete Rolle ein Stifters Figurenbeschreibungen und -konstellationen sind aber bei genauerer Betrachtung durchaus aufschlussreich.Der Witiko 1865-1867 in drei Bänden erschienen ist eines der umstrittensten Werke Adalbert Stifters. Sein ungewöhnliches Geschichtsepos steht zwar einerseits in der Tradition der Historienromane des 19. Jahrhunderts hebt sich aber andererseits aufgrund der stofflichen Schwerpunktsetzung und formal-poetischen Verfahrensweise deutlich von anderen Werken dieser damals wie heute sehr beliebten literarischen Gattung ab.Der Witiko entsteht im Kontext der Nachwirkungen der 1848er Revolution die „Stifter wiederholt skeptisch bis ablehnend kommentiert hatte. Ausgehend von der These
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