Vorläufige Vollstreckbarkeit und die Würde des Menschen


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About The Book

Als Ergebnis einer doktrinären und rechtswissenschaftlichen Konstruktion entsteht die Ausnahme der vorläufigen Vollstreckbarkeit als Verteidigungsmittel des Vollstreckungsschuldners und wird sehr häufig angewendet. Trotz fehlender gesetzlicher Regelung ohne Vorsehen im Zivilprozessrecht oder in anderen außergewöhnlichen Rechtsvorschriften ist das genannte Institut gerechtfertigt und findet seinen Niederschlag im nationalen Rechtssystem. Um dieses Phänomen zu erklären sucht man die Wurzeln in der philosophischen Bewegung der Aufklärung einer historischen Periode die die Kodifizierung des Rechts und die Entstehung der Methode der Subsumtion des Sachverhalts unter die Norm ermöglichte. Der Richter war damals nicht befugt anders als in der gesetzlich vorgesehenen Form zu urteilen. Das kodifizierte hermetische und in sich geschlossene System zeigte jedoch deutliche Anzeichen einer Entfremdung von den Realitäten und den komplexen Rechtsbeziehungen die sich in der Gegenwart herausgebildet hatten und erwies sich als unfähig Streitigkeiten beizulegen sodass es Ende des 20. Jahrhunderts einer paradigmatischen Dekonstruktion unterzogen wurde. Die Arbeit hebt die Ausnahme der Vorvollstreckbarkeit als Instrument im Dienste des Verfassungsgrundsatzes der Würde des Menschen hervor.
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