Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft Note: 15 Universität Hamburg (Asien-Afrika-Institut) Veranstaltung: Hauptseminar: Aspekte der Gewalt im Islam Sprache: Deutsch Abstract: Bei dem Versuch hauptsächlich europäischer und US-amerikanischer Medien islamistischen Terrorismus zu beschreiben und zu ergründen findet immer wieder die Vorstellung Erwähnung einen im Kampf umgekommenen Muslim erwarteten im Paradies 70 Jungfrauen. Auf der Suche nach Erklärungsansätzen für Selbstmordattentate sind diese Publikationen - und somit letztendlich auch die öffentliche Meinung - zu dem Schluss gekommen bei dieser (stark sexualisierten) Vorstellung handele es sich um einen der Hauptbeweggründe für einen Attentäter muslimischen Glaubens seinen eigenen Tod bei einem Anschlag in Kauf zu nehmen.In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit Paradiesvorstellungen aus der frühislamischen Zeit auseinandersetzen da diese bis heute die Grundlage des Bildes vom Paradies stellen das in der islamischen Gemeinde aber auch in islamistischen Kreisen vorherrscht. Um diese Herangehensweise in den richtigen Kontext zu setzen werde ich vorab skizzieren inwieweit sich das Konzept des ğihād in der von mir betrachteten Zeitspanne (bis etwa ins 12. Jh. n.Chr.) bis heute da es im medialen Diskurs eine prominente Rolle einnimmt verändert hat. Die Arbeit ist so gegliedert dass zuerst Paradiesvorstellungen aus dem Koran anhand von Sekundärliteratur und Übersetzungen angeführt werden um dann im zweiten Teil Paradiesvorstellungen aus der frühislamischen ğihād-Literatur vorzustellen. Dabei habe ich Auszüge aus den Werken von Ğa'far Ibn-Ahmad as-Sarrāğ übersetzt.Auf Basis dessen lassen sich anschließend Vergleiche anstellen: Welche Vorstellungen entspringen dem Koran und welche wurden später durch die Autoren der ğihād-Literatur hinzugefügt? Die Frage nach den Beweggründen von Selbsttötungsattentätern beschäftigt diverse Journalisten u