Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Soziologie - Politische Soziologie Majoritäten Minoritäten Note: 20 Universität Osnabrück Veranstaltung: Europäische Zivilgesellschaften im Wandel Sprache: Deutsch Abstract: Die Zivilgesellschaft gewinnt in Deutschland zunehmend an Stärke und gesellschaftlicher Relevanz für Jürgen Kocka (2001: 4) verbreitet sie sich sogar wie eine „Epidemie. Dies ist ein Erfolg der stärkeren öffentlichen Wahrnehmung denn bürgerschaftliches Engagement nimmt in Deutschland immer stärker zu. Der Begriff der Zivilgesellschaft ist den Debatten häufig schon zu einer „Zauberformel geworden mit der nahezu alle Steuerungs- und Integrationsprobleme nicht nur des Staates sondern obendrein auch noch des Marktes gelöst werden sollen.Diese Arbeit soll sich aber nicht mit den aktuellen Debatten um Zivilgesellschaft beschäftigen sondern mit der Zivilgesellschaft in historischer Perspektive befassen. Genauer gesagt mit Zivilgesellschaft im deutschen Kaiserreich. Einer Zeit in der sich Deutschland rasant vom Agrarstaat zum Industriestaat wandelte und wo Vereine und Verbände wie Pilze aus dem Boden sprießen. Je komplexer die deutsche Gesellschaft wurde desto bunter wurde auch das Vereins- und Verbandsleben. Es gab in der Zeit des Kaiserreiches so resümierte Volker Berghahn (2003) „am Ende keine menschliche Tätigkeit der man nicht in einer Organisation zusammen mit Gleichgesinnten nachgehen konnten. In dieser Arbeit soll daher die Frage geklärt werden warum ausgerechnet in einem nicht-demokratischen Regime wie dem deutschen Kaiserreich eine der organisationsmächtigsten Zivilgesellschaften in Europa entstand. Zum besseren Verständnis wird zunächst auf die Definition der Zivilgesellschaft ihrer Begriffsgeschichte und ihrer Entwicklung in der Zeit bis zum Kaiserreich eingegangen. Dann folgt zudem ein Blick auf die Gesellschaftsstruktur des Kaiserreiches geworfen um für die bessere Einordnung für diese Zeit zu sorgen. Danach wird sic