Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte Note: 1 Ludwig-Maximilians-Universität München (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft) Veranstaltung: Hauptseminar Politische Utopien Sprache: Deutsch Abstract: Die 1949 publizierte Dystopie „1984 von George Orwell zählt nicht nur zu den meistgelesenen sondern auch zu den am kontroversesten diskutierten Büchern der Weltliteratur. Ich untersuche welche Intention der Zeit seines Lebens politisch denkende und schreibende Orwell mit seinem letzten Roman verfolgte. Eines der zentralen Anliegen Orwells war es zu zeigen wie ausgehend von der politischen und sozialen Weltlage zur Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts eine posttotalitäre Schreckensherrschaft weltweit die Macht ergreift. Die Darstellung der historischen Entwicklungsgeschichte des Systems sowie Fundament und Struktur der Herrschaft sind bei der Untersuchung von zentraler Bedeutung. Bei der Analyse von „1984 als moderner Anti-Utopie ist dem Aspekt Rechnung zu tragen dass Orwell mit seinem Entwurf der autoritär-etatischen Utopie-Tradition eine radikale Absage erteilt. Wie Orwell selbst zu bedenken gab handelt es sich bei „1984 um eine dystopische Satire. Parallel zu der Analyse des sozio-politischen Systems werde ich in den jeweiligen Kapiteln herausarbeiten wie der Autor die Menschheit vor den dem utopischen Gedankengut immanenten totalitären Tendenzen welche erst in der jüngsten Vergangenheit so verheerende Wirkung gezeigt hatten warnt. Zu diesem Zweck werde ich den hierarchischen Staatsaufbau die Funktion der einzelnen Glieder des dystopischen Leviathans sowie den metaphysischen Überbau des Regimes rekonstruieren. Um das Ich-Bewusstsein des Individuums durch das Kollektivbewusstsein zu ersetzen muss der menschliche Geist manipuliert und durch den verinnerlichten gesellschaftlichen Zwang kontrolliert werden. In Übereinstimmung mit James Burnham sah Orwell im modernen Totalitarism